So ein Theater - Zickenalaaarm!

Jedes Jahr, wenn das neue Schuljahr einige Wochen begonnen hat, gehe ich in die Klassen und lade die Schüler/innen zum Theaterspielen ein.
Einige Talente haben wir ja schon, die schon länger dabei sind: Divine, Sarah, Markus, Xiu-Wen, Merve und natürlich unsere sehr stimmgewaltige und ausdrucksstarke Maryam. Neu kamen in diesem Jahr Fere, Selina, Meryem und Denise dazu.
Allerdings kommen immer wieder welche zum Schnuppern, die einige Zeit bleiben und dann wieder gehen. Andere, kommen im Laufe des Schuljahres dazu. Aber wenn dann die Rollen verteilt sind, kann so leicht niemand mehr aussteigen oder dazu kommen. Nach Weihnachten steht die Truppe dann endgültig.

Wie finden wir das Stück?

Zunächst schauen wir erst mal, welches Thema ansteht. Das Erlanger Theater stellte die Schultheatertage zunächst unter das Motto „Zivilcourage“. Die Schüler/innen wollten sich mal so richtig auf der Bühne anzicken, wie sie das ja tagtäglich tun. Frau Bär sagte zu, dass sie gerne mit ihrem Chor mitmachen möchte. Also stand fest: Zickenkrieg und Musical. Das Rad muss man ja nicht immer neu erfinden, also kann man ja mal schauen, wenn es denn so schon gibt. Wir fanden ein Stück, aber das war uns weitgehend zu „kindisch“. Es gefiel nicht. Also haben wir das Stück neu geschrieben, nur das Ende hatten wir übernommen. Aber die Lieder haben wir uns zusammen gesucht und in das Stück eingepasst. Inspiriert durch „Camp rock 2“ wollten die Schüler/innen auch einen Musikwettbewerb im Stück haben. Also haben wir von dem einen Lied aus dem Film „We can’t back down“ aus, das Stück geschrieben.
Dann werden die Rollen verteilt und noch nachgebessert. Im Laufe der Zeit kommen von den Schüler/innen immer wieder neue Ideen. Fertig ist das Theaterstück erst dann, wenn es gespielt ist. So lange wird immer noch probiert, verworfen, neu überlegt, gestrichen, ergänzt usw.
Frau Bär schaut sich das Stück an. Nach einer zusammengestellten CD werden dann die Lieder und die Choreografie geübt. Für manche Schüler/innen bedeutet das: regelmäßig zwei mal in der Woche proben, das sind 2-3 Stunden. Dieses Jahr musste Maryam und Fere ziemlich viel üben. Sie wollten die Rollen und blieben auch dabei.

Die Proben:

Die Proben sind natürlich lustig, anstrengend und manchmal nervig. Ist das so o.k? Wo muss ich stehen? Was muss ich machen? Nein, ich will das aber nicht so! Nein, das sag ich nicht! Und manchmal heißt es: Setz dich mal und schau mal. Dann spiele ich das nach. Das ist dann doch nicht so lustig. Ich zeige aber auch, wie es sein sollte und mancher erkennt: Ich mach es doch! Und so mancher Schauspieler denkt über seine Rolle nach: „Ich habe mir überlegt, dass ich das vielleicht so spielen könnte!“ Und meistens ist das richtig gut, was mir dann vorgespielt wird.

Manchmal kommt es anders, als man meistens denkt - eine schöne Überraschung von der Raiffeisenbank Erlangen

Ein Jahr proben, so viel Zeit, denkt man am Anfang und auch noch bis Ostern. Aber dann wird es häufig doch sehr eng, zumal noch andere Termine dazukommen, wie z. B. die Preisverleihung bei der Raiffeisenbank. Wir haben 1000 Euro für die Theater-AG gewonnen und von dem Geld 4 Headsets gekauft, damit wir in der Schule auch eine Aufführung machen können.
Als die Nachricht kam, dass unsere Arbeit von der Raiffeisenbank unterstützt wird, wollten wir auch was vorspielen. Wir haben uns eine Szene aus dem Stück ausgesucht, die den Höhepunkt markierte und haben damit den ganzen Saal gerockt. Wir waren mächtig stolz.

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Wie? In zwei Wochen müssen wir schon im Theater auftreten?

Und danach ging es dann richtig los: Text lernen, Ausdruck lernen, und ganz viele Proben. Wir wollten uns ja nicht blamieren! Das war vielleicht anstrengend! Herr Kneidl hielt uns mit Pizzas bei Kräften. Lieber Herr Kneidl, vielen herzlichen Dank.
Dann kam der Tag der Aufführung in der Garage doch sehr schnell. Um 12.00 Uhr ging es los. Frau Weier und Frau Bär richteten mit den Angestellten des Markgrafentheaters die Technik ein, wie Beleuchtung und Ton. Mit dabei waren Maxim und Daniel Benke aus der 9m.
Dann gab es nur eine Generalprobe. Die dauerte natürlich, aber wir durften danach noch ein wenig in die Stadt. Punkt 18.30 Uhr mussten wir wieder im Theater erscheinen und dann ging es auch gleich schon los. Requisiten sind alle da! Souffleuse ist auch da! Letztes Einsingen und dann trat unsere Souffleuse Merve vor und begrüßte die Zuschauer im ausverkauften Theater. Lampenfieber hatten wir natürlich auch alle. Aber nachdem die ersten beiden Szenen gespielt waren, war alles easy. Hinterher bekamen alle Mitspieler/innen noch eine Sonnenblume, versehen mit einem Band: „Jetzt ist Schluss mit Zickenterror.“ Man muss wissen, dass sich in einer solchen AG, vom Lehrer bis zum Schüler, ganz starke und eigenwillige Persönlichkeiten einfinden. Gezickt wurde bei uns auch ganz schön. Am Ende zählte der Applaus und die stolzen Eltern. Sie dürfen stolz auf ihre Kinder sein. Sie haben alle sehr viel Talent bewiesen, alles hat hervorragend geklappt. Es war einfach toll.

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Die Geschichte:
Eine ziemlich biedere Mutter will, dass ihr Kind nicht so rumläuft, wie die anderen, eben wie aus der Altkleiderkammer. Aber Vicky hat ihren eigenen Kopf und Stil, zieht sich auf dem Schulweg um. Natürlich wissen das die Mitschüler/innen, aber Michi entdeckt sie. Dann empfiehlt Frau Rot, die Musiklehrerin, den Schüler/innen an einem Musikwettbewerb mitzumachen. Die ziemlich biedere Mutter kommt zur Lehrerin in die Sprechstunde und will das verbieten, dass die Schüler/innen von Frau Dietlinde Sohlen (Kerstin Wolters) verheizt werden, während die Lehrerin das Ganze als große Chance für die Schülerinnen sieht. Als die Mutter erkennt, was gespielt wird, macht sie bei der Jury mit. Sie erscheint ziemlich flippig gekleidet, so im Stil von Nina Hagen, nur nicht ganz so krass. In der Jury stellt sie sich immer wieder auf die Seite der Schüler/innen und spielt am Ende zusammen mit ihnen die Jury aus. Man muss wirklich kein Superstar sein, um sich gut zu fühlen, vor allem nicht um den Preis, von irgendwelchen Sponsoren benutzt, verheizt und verarscht zu werden. Als die Schüler/innen das merken, es ist Karly, die kleinste in der Runde, beenden sie ihren Zickenkrieg und halten zusammen. So können sie Frau Sohlen mitsamt den zwielichtigen Sponsoren ausschmieren. Am Ende sind alle gute Freunde und alle fühlen sich gut. Sie sind sich selbst treu geblieben und haben sich ihren Selbstwert nicht kaputt machen lassen. Manche Rollen verlangten von den Schüler/innen sehr viel Schauspielkunst. Xiu-Wen als Mutter musste erst die biedere und dann die ausgeflippte spielen. Wer Xiu-Wen kennt, weiß, dass sie ein ruhiger, sehr umgänglicher Mensch ist, die eigentlich nicht richtig wütend werden kann. Aber sie hat es sehr gut gespielt. Maryam musste sehr viel singen, was sie hervorragend konnte. Und welche Lehrerin Kathrin als Vorbild nahm? Eigentlich konnten Eltern, Lehrer und Schüler sich gut im Stück wieder finden, auch ihre alltäglichen Zickereien, von denen Lehrer nicht ausgenommen sind. So viel Wahrheit muss sein.
Ganz lustig war auch das Suchen nach ziemlich schlimmen Schimpfwörtern. Fere meinte: „Wenn das mein Papa hört, das ich so was auf der Bühne sage!“ Aber es ist ein Spiel und auf der Bühne soll das Leben in allen Facetten präsent sein.

Am Ende hatten wir dann noch einen Überraschungsgast: Antonia Welke, eine ehemalige Schülerin, die jetzt in München auf der Musikhochschule studiert. Sie sang für uns aus „Les miserables“ ein Lied. Unsere Schüler/innen lauschten ganz gespannt.

Dann gab es Dank der Raiffeisenkasse auch eine Vorstellung für die Schüler in der Schule mit unseren neuen Headsets.

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Einen herzlichen Dank unseren Technikern Maxim und Daniel, 9m, Herr Otto und Alex

Unsere liebe Pamela Maier schminkte die Schülerinnen und war für das Bühnenbild zuständig, war ihr gelang!

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Selina wurde von ihrer Mama zu einem sehr attraktiven Grufti.

Frau Renate Hiery führte hinter der Bühne die Aufsicht und dafür herzlichen Dank. Über die Maßen engagierte sich Astrid Bär mit ihrem Gesang und der wundervollen Choreografie:

Geschafft für dieses Jahr!