Her mit dem Handy!

Das hier ist kein Überfall, sondern eine Sammelaktion zu Gunsten der Indianer am Amazonasgebiet.
Gesammelt wurden und werden alte, kaputte Handys, die niemand mehr braucht. Diese bringen wir zu den Jesuiten nach Nürnberg. Von dort kommen sie zu einer Recyclingfirma. Der Erlös aus dieser Aktion kommt Indianern im Urwald am Amazonas zugute.

Im letzten Schuljahr haben wir eine ganze Kiste voller Handys höchst persönlich nach Nürnberg gebracht.

Wer ist wir?
Wir – das war die 6 a des Schuljahres 2007/2008 von Frau Hößl und die 7a von Frau Scholz im neuen Schuljahr 2008/2009.

Einige Schüler/innen der 6a in der "Straße der Menschenrechte"

In allen Klassen haben wir das Projekt vorgestellt. Bewaffnet mit einigen Folien haben wir zu zweit oder zu dritt in den Klassen angefragt, ob wir unser Projekt vorstellen können. In jeder Klasse waren zwei Schüler oder Schülerinnen, die sich für das Einsammeln in der Klasse bereiterklärten. Wir haben dann bei ihnen die Handys abgeholt. Im Laufe unserer ersten Aktion haben wir immerhin ca. 80 Handys sammeln können.

Was ist denn nun mit den Indianern im Urwald?

Im Urwald, um den Amazonas herum in Südamerika leben viele Indianerstämme. Auf der Bild könnt ihr welche sehen. Sie leben dort in kleineren Gruppen zusammen. Ihr Lebensraum wird inzwischen mehr und mehr zerstört durch Brandrodung, weil viele Großbauern Land brauchen. Sie bauen dort Pflanzen an, aus denen man Biodiesel gewinnen kann.Oft werden solche Gebiete einfach als unbewohntes Gebiet erklärt und es werden Brände gelegt, obwohl dort noch Menschen leben.Niemand schert sich um sie.
Es wird nicht nur ihr Lebensraum zerstört, sondern auch ganz oft ihr Leben.
Wehren können sie sich oft nicht, manchmal wissen sie auch nicht, was man mit ihnen vorhat, weil viele nicht lesen können. Damit sie wissen, was mit ihnen passiert, und damit sie sich wehren können, müssen sie lesen und schreiben lernen. Dazu wird das Geld aus dem Erlös der Handysammelaktion hauptsächlich verwendet. Nur wer lesen und schreiben kann, bekommt was mit und kann sich auch wehren.

Was geht es uns an?

Zunächst und zu allererst werden einfach Menschen getötet und ihr Lebensraum wird zerstört.
Aber: Brandrodung vernichtet das sensible, ökologische Gleichgewicht!
Wir tun mit der Aktion auch etwas für uns! Denn der Amazonas ist unsere grüne Lunge und trägt wesentlich zu einem für Menschen gesunden und erträglichen Klima bei.

Unsere Aktion geht also weiter. Wenn Ihr also ein altes Handy habt, oder jemand in eurem Bekanntenkreis, dann bringt es mit in die Schule. Dort steht im Lehrerzimmer der Hauptschule eine Sammelbox, die wir natürlich wieder füllen wollen. Gebt es einfach dort ab.

Unser Ausflug nach Nürnberg!

Das Missionsprokur der Jesuiten ist in Nürnberg. Die räumliche Nähe zu Nürnberg bot natürlich an, dort mal einen Besuch abzustatten und die Handys persönlich hinzubringen. Also haben wir alles auf die einzelnen Rucksäcke verteilt und uns am 1. Juli 2008 um 8.45 Uhr am Erlanger Bahnhof getroffen. Von dort sind wir dann mit dem Zug nach Nürnberg gefahren. Weil wir noch etwas Zeit hatten, zeigte Frau Weier uns die „Straße der Menschenrechte.“ Das war sehr interessant. Dreißig Säulen entsprechen den 30 Artikel der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 von der UN genehmigt und verkündet wurden und heute noch weltweit gelten sollen. Menschen das Leben und den Lebensraum zu nehmen, ist ja eine Menschenrechtsverletzung. Wir haben dann auch geschaut, welche Artikel in unseren Heimatsprachen verfasst sind. Wir fanden sie auf Russisch, Türkisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Chinesisch – eigentlich in allen Sprachen, selbst in Suaheli.

Was ist ein Missionsprokur?

Dort sind Menschen, die für andere Menschen weltweit arbeiten. Sie kümmern sich um Gelder, schauen, wo Menschen in Not sind, die sich nicht selbst helfen können und kümmern sich dann um sie. Weil die Indianer im Urwald einfach so vertrieben oder getötet werden, kümmern sich Jesuiten um sie. Sie sorgen für Gelder, damit sie eine Ausbildung bekommen. Sie sammeln also Spenden oder starten Aktionen, um zu helfen. Dort ist ein Leiter, Pater Klaus Väthröder SJ, den wir in seinem Büro besuchten. Es arbeiten noch eine Sekretärin dort, einer, der die Finanzen verwaltet, welche die Öffentlichkeitsarbeiten erledigen, viele ehrenamtliche und Susanne Jörg. Wenn ihr mehr wissen wollt, dann schaut mal hier nach:

Wir durften auch das Gästezimmer sehen, Jesuiten sind überall auf der Welt und helfen den Armen. Manchmal kommen sie nach Nürnberg. Dort waren auch Andenken aus aller Welt ausgestellt, die die Gäste oder Patres von ihren Reisen mitbringen.Das Kätzchen an der Wand hatte Pater Balleis aus Afrika mitgebracht, den wir auch schon einmal interviewt hatten.

Handyworkshop

Nach der Führung gingen wir ins Cph (Caritas-Pirckheimer-Haus). Was dort passierte, beschreibt Jonathan so:
„Wir haben uns erkundigt wie viele teile ein Handy hat 500-1000 Teile hat ein Handy die unter Unmenschlichen Bedingungen hergestellt werden. Die Menschen arbeiten für Dumping Löhne.“ Toll war, dass wir ein Handy zerlegen durften.


Natürlich haben wir auch erfahren, wie die Indianer in Brasilien leben. Wir haben auch Bilder gesehen, wie dort die Schulen aussehen, wo die Indianerkinder, dank unserer Spenden, lernen können. Es sind ganz große Gruppen.

Zu guter Letzt…
Wo Jesuiten leben, gibt es auch eine Kirche. In Nürnberg heißt sie St. Klara. Dort gehen die Menschen hinein, wenn sie zur Ruhe kommen wollen. Sie ist von der Fußgängerzone aus zugänglich. Regelmäßig finden dort Gottesdienste statt, wie uns der Pastoralreferent Jürgen Kaufmann erklärte. Am Eingang kann man Kerzen anzünden. Die Kirche ist ganz neu renoviert. Es gibt auch ein Beicht- oder Gesprächsraum. Auch eine Klagemauer gibt es dort. Menschen, die sehr traurig sind, weil sie einen geliebten Menschen verloren haben, können dort einen Zettel beschriften und ihre Trauer, ihre Not, ihr Leid Gott anvertrauen.

Kommentare:

„Der Ausflug war sehr schön. Als Andenken haben wir ein kleinen Block bekommen.“ (Burcu)

Geschafft waren wir noch lange nicht!

Auch für die Zukunft gilt:
Her mit dem Handy!