Meditation im Advent 2003: Schenken und beschenkt werden

Gestaltete Mitte mit: Tücher, Teelichter, Rose

Ablauf:
1. Begrüßung und Ankommen
S. dürfen ein Teelicht anzünden und erzählen wofür sie ihre Kerze anzünden wollen

2. Gedanken zur Rose
SS erzählen was sie mit „Rose“ verbinden, was ihnen dazu einfallt

3. Überleitung zu Lied

4. Lied: Für mich soll‘s rote Rosen regnen (Hildegard Knef)
Gedanken dazu:
Für jeden Menschen soll‘s rote Rosen regnen — Jede/r ist liebenswert —Gerade in der Zeit des Schenkens und Bescbenkwerdens machen wir uns viele Gedanken, weil wir anderen eine Freude machen wollen —Materielle Dinge stehen oft im Vordergrund

5. Geschichte „Die Rose“ von Rilke

6. Rose aus Wachs gestalten

7. Abschluss und Segen


Möge der Weg dir freundlich entgegen kommen,
der Wind niemals gegen dich stehen,
Sonnenschein dein Gesicht bräunen
und Wärme dich erfüllen.
Möge immer wieder eine Rose für dich blühen,
die dein Herz erfreut
und dir Freundschaft schenkt.
Und bis wir uns beide wiedersehen
halte Gott dich schützend in seiner Hand.

Eine Geschichte regt zum Nachdenken an
Rainer Maria Rilke ging in der Zeit seines Pariser Aufenthaltes regelmäßig über einen Platz, an dem eine Bettlerin saß, die um Geld anhielt. Ohne je aufzublicken, ohne ein Zeichen des Bittens oder Dankens zu äußern, saß die Frau immer am gleichen Ort.
Rilke gab nie etwas, seine französische Begleiterin warf ihr häufig ein Geld¬stück hin. Eines Tages fragte die Französin verwundert, warum er nichts gäbe. Rilke antwortete: ‚Wir müssten ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand“. Wenige Tage später brachte Rilke eine eben aufgeblühte weiße Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand der Bettlerin und wollte weitergehen. Da geschah das Unerwartete: Die Bettlerin blickte auf, sah den Geber, erhob sich mühsam von der Erde, tastete nach der Hand des fremden Mannes, küsste sie und ging mit der Rose davon.
Eine Woche lang war die Alte verschwunden; der Platz, an dem sie vorher gebettelt hat, blieb leer.
Nach acht Tagen saß sie plötzlich wieder an der gewohnten Stelle. Sie war stumm wie damals, wiederum nur ihre Bedürftigkeit zeigend durch die aus¬gestreckte Hand.
„Aber wovon hat sie denn in all den Tagen gelebt?“ fragte die Französin. Rilke antwortete: „Von der Rose“.

Schulpastoral