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Aufgehalten hatten sich 1861 in Erlangen schon Studenten und später bedeuteten Wissenschaftler an der Universität.
Isidor Rosenthal kam 1872 als Professor der Physiologie nach Erlangen. 1877 erhält er auf Antrag das Bürgerrecht. Er engagiert sich politisch in der "Fortschrittlichen Volkspartei". Er setzt sich für den Bau des Erlanger Wasserleitungssnetzes ein und ist maßgeblich an der Errichtung des Schlachthofes beteiligt, fördert die Schaffung von Bildungseinrichtungen. 1906 wird er zum Ehrenbürger der Stadt Erlangen ernannt. 1908 erhält er den Titel "Königl. Geheimer Hofrat". 1915 stirbt Professor Isidor Rosenthal und wird auf dem städtischen Zentralfriedhof beigesetzt, weil er aus der jüd. Religionsgemeinschaft ausgetreten war.(s. Juden und Judenpogrom, S. 29). Max Noether wurde 1875 zum außerordentlichen Professor für Mathematik an die Universität Erlangen berufen. Er heiratet Ida Kaufmann aus Köln. Die vier Kinder des Ehepaares Noether werden in Erlangen geboren. 1888 erhält Max Noether das Ordinariat für Mathematik an der Universität. Er wird 1917 zum "Geheimen Hofrat" ernannt. 1920 tritt er aus der israelitischen Gemeinde aus und wird evangelisch. 1921 stirbt er in Erlangen und wird im Krematorium in Nürnberg eingeäschert. Emmy Noether wird 1882 als Tochter des Ehepaares Noether geboren. Sie ist die erste Frau, die in Erlangen promoviert. 1904 beginnt sie ihr Studium der Mathematik in Erlangen. 1919 habilitiert sie sich in Mathematik an der Universität in Göttingen. Sie tritt ebenfalls 1920 aus der israelitischen Religionsgemeinschaft aus und wird wie ihr Vater evangelisch. 1922 erhält sie die Ernennung zur außerordentlichen Professorin und erhält ab 1923 einen Lehrauftrag mit geringem Einkommen. 1933 fällt sie unter das NS-Gesetz "Zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums". Die Lehrerlaubnis wird ihr entzogen. Als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, als Pazifistin und wegen ihrer jüdischen Herkunft wurden ihr dieses Verbot ausgesprochen. Sie emigriert noch im selben Jahr in die USA und übernimmt dort eine Gastprofessur an einer Frauenhochschule in Pennsylanien. 1935 stirbt sie unerwartet nach einer Operation. Albert Einstein widmet ihr in der "New York Times" einen Nachruf. (s. Juden und Judenpogrom, S. 29)Allerdings waren solche herausragende Persönlichkeiten in Erlangen eher die Ausnahme. Qelle: Juden und Judenpogrom 1938 in Erlangen. Veröffentlichungen des Stadtmuseums Erlangen, Nr. 40, 1994 |