Über deren Leben bis "Erlangen ist judenfrei"

Der Friedhof als Zeuge der Vergangenheit

 

Über das kulturelle Leben bis 1939

 

Juden waren Freunde...

und die Folgen solcher Bekanntschaften..

Warum nahm keiner Anstoß? Augenzeugen berichten

Vieles aus dem Leben jüdischer Bürger in Erlangen ergibt sich aus der Übersicht über deren Ansiedlung.

Zunächst waren Juden Kaufleute und Händler. Viele arbeiten als Akademiker in den verschiedenen Wissenschaften, waren Bankkaufleute oder selbstständig, z. B. Ärzte. Das waren Berufe, die sie ausüben konnten und durften.

Und dennoch siedelten sich in Erlangen jüdische Bürger an. Heute zeugen davon Denkmäler, z. B. das Jakob-Herz-Denkmal, ebenso eine Gedenktafel am Hugenottenplatz. Das Emmy-Noether-Gymnasium erinnert an die jüdische Familie Noether. Straßennamen erzählen von ihnen, z. B. die Jakob-Herz-Straße oder die Anna-Rosenthal-Straße.

Der Erlanger jüdische Friedhof zeugt von dem Leben jüdischer Bürger und deren Kultur.

Dort liegen Kohanim beerdigt. Das sind Priester, zu deren Kennzeichen auf den Grabsteinen segnende Hände gehören. Die Kohanim gehen auf Aaron zurück. Diese Hände zeugen von dem Segen, den sie über die Gemeinde sprachen. Ihre Gräber sind in der ersten Reihe.

Von Leviten finden sich auch Gräber, in der zweiten Reihe. Die Zeichen dafür sind Wasserkannen, mit denen sie dem Kohanim die Hände waschen.

Damit wissen wir, dass in Erlangen immer wieder jüdische Gottesdienste gefeiert wurden.

Eingeweiht wurde der Friedhof am Burgberg 1891.

Erlanger Juden fühlten sich immer als Erlanger Bürger, als Deutsche, jüdischen Glaubens. Sie nahmen alle ihre bürgerlichen Verpflichtungen wahr, auch die Verpflichtung, im 1. Weltkrieg für Deutschland zu kämpfen. Das erzählen uns einige Gräber, wie das Bild zeigt. Jüdische Bürger Erlangens, Deutschlands ließen für ihr Vaterland ihr Leben.

Darauf weist das Bild im Grabstein(deutlicher mit der Maus auf dem Bild zu sehen) hin: ein Helm mit Schwert und Eisernem Kreuz, ebenso die Inschrift: Lothar Hophfenmaier ist in Frankreich gefallen, sein Grabstein soll an ihn erinnern.

 

Über das kulturelle Leben in Erlangen bis 1939

Erlangen verfügt über kein eigenes Gebäude, das als Synagoge diente. Als 1873 die Regierung Mittelfrankens die Bildung einer eigenständigen "Israelitischen Kultusgemeinde Erlangen" genehmigte, lebten Juden vorwiegend in Bruck, wo es noch eine alte Mikwe gibt, in der Menschen Ritualbäder vornahmen. Ansonsten haben Erlangens Juden Räume angemietet. Von 1873 - 1878 benutzten sie Räume im Wohnhaus des Kaufmanns Josef Levin in der Friedrichstraße 6 und feierten dort ihre Gottesdienste. Danach mietete die Gemeinde die oberen Räume in dem Haus Dreikönigsstraße 1 mit zwei Beträumen, einen für Männer und einen für Frauen, und einem Versammlungsraum an.

Als die jüdische Gemeinde für diese Räume 1937 nicht mehr die Miete aufbringen konnte, weil viele Juden emigriert waren und die, die noch dort wohnten, kaum Einkommen hatten, mieteten sie in der Einhornstraße 5 zwei Räume an, die nicht bewohnt werden konnten. Die dortigen Betsäle wurden in der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 verwüstet. Die Kultgegenstände wurden ihnen genommen. Als dann am 2. Februar 1944 gemeldet wurde: "Erlangen ist judenfrei" brauchte man keine neuen Gebetssäle mehr.

Eine der Torarollen wurde von Juden mit nach Amerika genommen und ist inzwischen wieder in Erlangen. Sie müsste allerdings restauriert werden.

Einen eigenen Rabbi hatten sie nicht, sondern verpflichteten Salomon Henle aus Ichenhausen als Lehrer für die religiöse Unterweisung, als Vorbeter und Schochet (Schächter). Daran schloss sich dann eine ganze Reihe von Religionslehrern, z. B. Abraham Johndorf (1874-1878) bis hin zu Justin Fränkel (ab 1924).

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Nachbarn, Mitschüler und Mitschülerinnen, Arbeitskollegen und - kollginnen waren Juden

Das Buch von Rolf Steidel u. a. "Erlangen. Geschichte in Geschichten - nicht nur für Jugendliche", Erlangen 1985, erzählt davon: "Zigarrenkauf in einem jüdischen Geschäft und seine Folgen".

Oberlehrer Schmidt wagte es, in ein jüdisches Geschäft zu gehen um dort Zigarren zu kaufen. Es ging ihm nicht so sehr um die Zigarren, sondern um den Kontakt zu einer einer gut bekannten Familie: "Direkt nach der Schule ging ich noch einmal kurz in die Stadt, um mir in der Buchhandlung Merkel das neue Liederbuch für die Volksschule anzusehen. Als ich am Nürnberger Tor vorbei kam, ging ich halt ins Geschäft vom Katz, Adolf-Hitler-Straße 2 (heute Hauptstraße 2) und hab mir - wie früher auch schon - Zigarren gekauft. Die Katzen Wilma hat mir voller Stolz die einjährige Hannelore gezeigt - ihr jüngstes Enkelkind. Drei Kinder hat ihre Tochter Gottliebe jetzt, die diesen Benesi geheiratet hat. Wir haben kurz über die alten Zeiten gesprochen, als ihr verstorbener Mann noch Sangesbruder in unserem Gesangsverein Liedertafel war. Ich war gar nicht lange im Laden, und als ich ihn wieder verließ, wurde ich auf der Straße in ziemlich frechem Ton vom (Herrn) M. angesprochen. Wenn er auch ein besonders eifriges Parteimitglied ist, so muss er mir doch nicht lautstark in aller Öffentlichkeit zum Vorwurf machen, dass ich in einem jüdischen Geschäft eingekauft habe. Ich ließ ihn einfach stehen. Aber das hat sich mir doch auf den Magen geschlagen, und ich glaube, das wird sicher noch ein Nachspiel haben."- ebd. S. 271/272.

 

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Tatsächlich hatte dieses Handeln Folgen:

Wie es weiterging mit Herrn Schmidt, ist nicht bekannt. So richtig Partei ergriffen, hat niemand für die 1938 noch in Erlangen lebenden Juden. Sicher litt man mit den Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen, Schulkollegen. Aber viele Bürger hatten einfach nur Angst.

Quelle. Rolf Steidel u. a. "Erlangen. Geschichte in Geschichten - nicht nur für Jugendliche", Erlangen 1985

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Warum nahm keiner Anstoß?

Warum war solches möglich?

Antisemitistische Strömungen gab es seit jeher und in aller Welt. Gründe hierfür waren: Ihre abgesonderte Lebensweise, die wirtschaftliche Stärke und ihre gesellschaftliche Positionen aufgrund ihrer Ausbildung. Daraus spricht der gesellschaftliche und kulturelle Neid und das Unbehagen der Mehrheit gegenüber dieser stark zusammengehörigen Minderheit. Hitler systematisierte den Antisemitismus und machte ihn zum Grundpfeiler seiner Ideologie, der sich die Menschen, besonders die jüngeren, kaum entziehen konnten.

Indoktrination (Gehirnwäsche) der deutschen Jugend während der NS-Zeit

 

„In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätig herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich.

In diesem Zitat drückt sich Hitlers Vorstellung von einer „perfekt“ funktionierenden Jugend im nationalsozialistischen Deutschland aus, „seiner“ Jugend, wie er oft betonte. Dass diese ihrganzes Dasein dem Nationalsozialismus und Hitlers fatalem Regime und Ideologientreiberei zu verschreiben hatte, vielfach als willenlose Instrumente des Staates missbraucht, nicht fähig, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu leben, stellte sich bald heraus:

„Dann kommt eine neue deutsche Jugend, und die dressieren wir schon von ganz kleinem an für diesen neuen Staat. Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes mehr als deutsch denken, deutsch handeln (…) Und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben“ .

So erhob er Anspruch auf die Gestaltung jedes einzelnen Lebensbereiches seiner „Zöglinge“. Nicht nur in ideologiekonformen politischen Organisationen wie der HJ sollte die totale und absolute Indoktrination von statten gehen, sondern auch im privaten Bereich wie in den einzelnen Familien.
Die Schulen als Lernort waren vorgesehen, von nun an dem Schüler nicht mehr (nur) bloßes Wissen und die nötigen Grundlagen für sein späteres Leben und seine Arbeit zu vermitteln, sondern einen Teil der Erziehungsarbeit zu linientreuen Staatsbürgern zu übernehmen. So äußerte sich Hitler in „Mein Kampf“: „Die gesamte Bildungs- und Erziehungsarbeit des völkischen Staates muss ihre Krönung darin finden, dass sie den Rassesinn und das Rassegefühl instinkt- und verstandesmäßig in Herz und Gehirn hinein brennt“ . An anderer Stelle heißt es: „Die Jugend muss - kurz gesagt - politisiert werden. Wir wollen in unserer Schule keine theoretischen, sondern politische Menschen bilden, wir wollen Tatmenschen“ .

Entnommen aus:

Facharbeit aus dem Fach Deutsch
Verfasserin: Katharina Weier /Leistungskurs: Deutsch/Kursleiter: StD Christian Stangl
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Hitler, in „Schule im Nationalsozialismus“, Elke Nyssen, Heidelberg: Quelle und Meier, 1979, S.58
Hitler, ebenda, S.31
ebenda, S.29
Huber, „Schule im Nationalsozialismus“, S.62

Die Erziehung zu "seiner" Jugend begann Hitler schon im Bilderbuchalter. "Der Giftpilz", so der Titel des Buches, unterstellt, dass Juden grundsätzlich schlecht und für alles Unglück verantwortlich sind. Dieses Buch stammt aus Erlangen, d. h. es wurde von Erlangern Familien für ihre Kleinen gekauft und auch vorgelesen. Ebenso verbreitet war ein Buch von Julius Streicher: "Trau keinem Fuchs auf grüner Heid und keinem Jud bei seinem Eid...", ebenfalls ein Bilderbuch. Julius Streicher war Herausgeber der Zeitung "Der Stürmer" und wohnte in Nürnberg. Es war also kaum möglich für die Jugendlichen, sich aus der antsemitischen Dauerberieselung zu befreien.

Das Buch ist ein Exponat in der Dauerausstellung im Erlanger Stadtmuseum und wurde mit Genehmigung dort fotografiert. Hier bekommt man auch eine Hörprobe im O-Ton Hitlers: "Und diese Jugend wird niemals mehr frei sein, ein Leben lang!" Das Traurigste hört man im Anschluss: Frenetischer Beifall der Massen!

Augenzeugen konnten wir noch interwieven:

Das "noch" in unserer Überschrift hat seinen Grund... Immerhin liegt das Ende des Krieges etwa 60 Jahre zurück. Menschen zu finden, die aus dieser Zeit erzählen können und auch wollen, war nicht einfach. Schließlich erklärten sich Frau Martha Wüst und Frau Carola Brode dazu bereit. Das sind zwei fidele, noch jung gebliebene 84 jährige, die damals, als Hitler an die Macht kam, 13 Jahre alt waren. Zu dieser Zeit besuchten beide das Maria-Theresien-Mädchenlyceum, das heutige Maria-Theresia-Gymnasium, wo man den mittleren Bildungsabschluss erreichen konnte. In ihrer Klasse waren die zwei jüdischen Mitschülerinnen und Cousinen Jnge und Ilse Hopfenmaier.

Ilse Hopfenmaier wohnte mit ihren Eltern in der Engelstraße, deren Vater Viehhändler war. Inges Eltern besaßen ein Pelzgeschäft. Man war zusammen in der Schule, lernte zusammen, besuchte sich gegenseitig, feierte zusammen Geburtstag und "dann sind sie plötzlich, ohne Ankündigung, weggewesen, nach Fürth, wo es eine Judenschule gab, wie man uns sagte", stellte Carola Brode fest. "Von der Ilse Hopfenmaier erfuhren wir lange Jahre nach dem Krieg, dass sie nach Amerika ausgewandert war. Die Inge ist umgekommen. In der Schule selbst wurde nicht weiter darüber geredet."

Frau Sponsel weiß etwas mehr über Inge Hopfenmaier. In ihrem Buch über die Opfer der Schoa schreibt sie: "Inge Hopfenmaier siedelte nach Rotterdam über, wo ihr Vater bereits war. Sie verließen Erlangen am 18. 4. 1937." Dort lebten sie bis zu ihrer Deportation. Inge Hopfenmaier gilt als verschollen und wurde für tot erklärt. Wo sie genau gestorben ist, weiß niemand, aber man vermutet zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Sobibor (Polen).

Manchmal war man auch ein wenig neidisch, auf die jüdischen Mitschülerinnen, denn die hatten samstags immer frei, während die christlichen Mitschülerinnen in die Schule mussten. Aber dennoch, man hat sich gut verstanden und man hat auch Kontakte gepflegt. So saß auch der Vater von Ilse Hopfenmaier oft mit anderen Händlern, Handwerkern, auch christlichen, in der Weinstube Kach zusammen.

Auf dem Bild ist Carola Brode (links), mit Ilse Hopfenmaier (rechts), wie man sieht, sich gut verstehende Teenies.

"1933 waren wir 12 bzw. gerade mal 13 Jahre alt. Wir hatten kein politisches Elternhaus gehabt und haben folglich wenig mitbekommen," so Carola Brode. "Wenig haben die Kinder mitbekommen, später auch aus Angst, weil überall bespitzelt wurde." Sicher sah man Juden mit dem Judenstern in den Straßen. Carola Brode sagte: "In Nürnberg trugen die Menschen ihre Sterne sehr verschämt und sehr verschüchtert. Als ich dort wohnte, war gegenüber das Schwarzsche Altersheim. Die Menschen dort hat man in der Reichkristallnacht (Pogrom) weggebracht. Von den Vergasungen wussten man zunächst nichts. Alle haben geschwiegen, auch die, die es wussten, haben geschwiegen." Frau Martha Wüst erinnert sich: "Mein Onkel wohnte damals in der heutigen Rathenaustraße. Er kam am Tag nach der Pogromnacht zu uns und erzählte, wie schlimm die Nazis bei den Juden die Wohnung zerstörten. Er war sehr aufgeregt".

Es kam alles so nach und nach. Erst mussten die Menschen ihre arische Abstammung nachweisen. Halbjuden mussten keinen Stern tragen. Das Stadtbild änderte sich. Daran erinnern sich die beiden Damen noch: "In der Hauptstraße in der Nähe der Adlerapotheke war ein Konfektionshaus. Das gehörte einem Herrn Stern. Meine Mutter hatte auch dort gekauft. Die sind gleich am Anfang nach Amerika emigriert," erzählt Martha Wüst. Geschäfte verschwanden: Am Bahnhofsplatz verschwand ein jüdische Stoffgeschäft. Zahnarzt Katz musste seine Praxis aufgeben, das Straßenbild zeigt sich beflaggt.

Das Bild rechts zeigt den Marktplatz.

Die evangelische Fakultät trug das Regime mit. "Manchen Professor sah man sehr früh in SA-Uniform. Von daher war das Regime in Erlangen von Anfang an eine große Bewegung", berichten unsere Augenzeugen.

Foto: Martha Wüst

Unser ganzes Leben änderte sich. Schnell wurde man vereinnahmt und musste zu dem BDM. "Die Hildegard Schock, die war aus einem SPD-Elternhaus. Sie durfte nicht zum BDM. Aber der Parteigenosse Keithel hat das Mädchen immer schickaniert. Eines Tages kam sie auch mit der BDM-Uniform, " erinnern sich unsere Augenzeugen. Montags mussten sie in BDM-Uniformen immer zum Fahnehissen. Das gehörte zum Unterricht. Aber damals waren die jüdischen Mitschülerinnen schon weg. Die Schulleitung war ausgetauscht. Herr Buhrlein wurde kommissarisch der 1. Rektor und kam in SA-Uniform. Beim Hissen der Fahne mussten sie geschlossen im Viereck stehen und "Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen..." von Horst Wessel singen.

"Die Eltern verloren den Einfluss auf uns. Wir waren alle organisiert", beklagen sie. "Wir kannten nichts anderes. Überhaupt sind wir um unsere Jugend betrogen worden. Wir mussten immer... nie konnten wir tun, was wir wollten. Man stand immer unter Zwang", bedauern beide. Frau Martha Wüst meinte: "Es war so eine Massenhysterie - so wie im Fußballstadion".

Und immer wieder wurden sie mit politischem Liedgut und Gedichten berieselt. Ein solches Lied hatte Corala Brode aufgehoben, dessen Inhalt den Finger in die Wunde legt, die den Deutschen im Versailler Vertrag zugefügt wurde - Hass wurde geschürt, statt Versöhnung anzustreben: "Deutschland erwache, Deutschland sei frei. Deutschland muss leben, fort mit Versailles". Dieses Lied wurde einem Mann dieser Region gewidmet: Julius Streicher, dem Herausgeber der Zeitschrift "Der Stürmer". Auf der Karte mit dem Lied steht unter dem Hitlerportrait: "Wer nach seinem Vorbild lebt und in seinem Sinne strebt - der baut mit am neuen Staat." (Zöller) "Mein kleiner Bruder (damals 4 Jahre) imitierte Hitler", bedauerte Corala Brode, in dem sie ein Bild von ihm in typischer Führerpose zeigt. "Aber man hörte und sah ja sonst nichts."

"Keiner hat die Gefahr so richtig erkannt", meinte Frau Wüst. "Jeder hatte ja das Buch "Mein Kampf" von Hitler. Gelesen hat es sicher keiner. Lange hat das Ausland auch nichts getan."

"Alle waren organisiert", sagt Frau Brode. "Nur ein paar politische Menschen nicht. Aber wer im öffentlichen Dienst war, war organisiert, sonst verlor er seine Arbeit. Heute steht keiner mehr gerne dazu." Und immer wieder: "Wir wurden um unsere Jugend betrogen! Als der Krieg zu Ende war, waren wir bereits 24!"

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