Josef Jakubowicz, ein jüdischer Zeitzeuge, besuchte unsere 8. Klassen

Wer ist Josef Jakubowicz?

Josef Jakubowicz wurde 1925 in Auschwitz geboren. Jetzt lebt er in Nürnberg. Mit der Stadt Erlangen ist er durch seine Lebensgefährtin, Rose Wanninger, ehemalige Vorsitzende der neuen jüdischen Gemeinde, verbunden. Mit ihr zusammen hat er wesentlich an deren Neugründung mitgearbeitet.

Über sein Leben unter der Nazidiktatur beschreib er sehr bewegend in dem Buch: "Ausschwitz ist auch eine Stadt. Durch acht Lager in die Freiheit - ein Überlebender erzählt."

Zu beziehen ist dieses Buch über:

OR-Tamid Verlag, J. Jakubowicz, Am Stadtpark 35, 90409 Nürnberg

Wir haben daraus im Unterricht einzelne Abschnitte gelesen. "Wenn er doch in Nürnberg lebt, kann er auch mal uns besuchen, damit wir ihn persönlich kennen lernen können?", fragten die SchülerInnen an. So luden wir ihn ein.

Autorenlesung mit Herrn Jakubowicz in unserer Schule

Begleitet wurde Herr Jakubowicz von Frau Mayr und Frau Wanninger, seiner Lebensgefährtin. Frau Mayr arbeitet an der soziologischen Fakultät der Friechrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen und begleitet aufgrund eines Projektes des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Herrn Jakubowicz in die Schulen.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte sie den SchülerInnen historische und geographische Fakten vor. So konnten die SchülerInnen das, was sie dann von Herrn Jakubowicz erfuhren, auch gut einordnen.Dazu gehörte die geographische Lage der Stadt Auschwitz, die Lokalisierung des Lagers Auschwitz-Birkenau, die geographische Abgrenzung der von deutschen besetzten Gebiete von Zentralpolen, sowie die einzelnen Lager, in denen Herr Jakubowicz arbeiten musste. Sie zeigte auch Bilder von der Stadt Auschwitz, damit sich die SchülerInnen ein Bild davon machen konnten.

Auf dem Bild von links nach rechts: Frau Mayr, Herr Jakubowicz, Frau Wanninger

Es war eigentlich keine richtige Autorenlesung. Herr Jakubowicz erzählte sehr frei, warum er das Buch geschrieben hat, und was er alles erlebte. Wir wollen inhaltlich nicht alles erzählen. Wir wollen Sie, liebe Leser, nur neugierig machen. Kaufen Sie sich das Buch und lesen Sie es selbst. Alle Jugendliche sollten es lesen! Es ist unglaublich!!

Solche Erlebnisse niederzuschreiben, fällt niemandem leicht. Dass Herr Jakubowicz sie dennoch aufschrieb und für die nachfolgenden Generationen festhielt, verdanken wir wesentlich seiner Lebensgefährtin. Selbst mit seinen eigenen Kindern konnte Herr Jakubowicz nicht darüber sprechen. Aus seiner Erzählung haben Schüler folgendes geschrieben:

Andreas Matuschke:" Es fiel ihm manchmal sehr schwer diese Schicksalschläge zu erzählen, denn nur er überlebte von seiner Familie. Er erzählte, dass alle Juden dieser Stadt nur von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr die Straßen betreten durften. Er kam in ein Bergwerk zum Arbeiten, wo er glücklicher Weise durch seine Mutter hinkam, die ihn älter machte, als er war. So wurde er von den Nazis zum Arbeiten gezwungen, was ihm letztendlich das Leben rettete. Sie mussten hart arbeiten und bekamen nur 250 g Brot und etwas zum Trinken. Das war das ganze Essen für einen Tag. Als er sich wog, brachte er mit 19 Jahren nur 41 kg auf die Waage."

Jessica Lo Pinto: "Er hatte großes Glück im KZ zu arbeiten, denn alle jüdischen Frauen und Kinder wurden umgebracht. Die Männer wurden vom Arzt untersucht, ob sie arbeiten konnten. Wenn sie körperlich gesund waren, mussten sie arbeiten. Kranke Männer wurden ebenfalls vergast. Als Herr Jakubowicz uns seine Geschichte erzählt hat, hatte er Tränen in den Augen. Von seiner Familie lebt noch eine Schwester, von der er aber nichts weiß. Ich fand es wirklich toll, dass er sich Zeit für uns genommen hat und und seine Geschichte erzählte."

Jennifer Constanzo: "Ich fand es gut, dass er über sein Leben erzählt hat und wie es dort war. Ich bin ihm sehr dankbar."

Tim und Andi: "Er hat selbst alles erlebt und war selbst als Jude in verschiedenen Konzentrations- und Arbeitslager. Dort waren nicht gerade die besten Arbeitsbedingungen. Unter anderem wurden sie dort auch geschlagen und misshandelt. Zum Schluss hat er sich auf einen Leichenhaufen gelegt. Als die Engländer in das Lager kamen, haben sie nachgeschaut, ob noch jemand lebt. Sie fanden Herrn Jakubowicz noch lebend."

Kathrina Kropf: "Er wurde von einem Arbeitslager zum nächsten gebracht, bis er nach Jahren von Engländern befreit wurde. Nach seiner Befreiung fing er an, seine Familie zu suchen - eine vergebliche Mühe. Die Begegnung mit ihm hat mich sehr bewegt."

 

Angst

ängstliche Menschen

Menschen schießen darauf

ich hätte viel Angst

unglaublich

(Marina Kuhn)

 

Tote

Ermordete Menschen

Folter der Verschleppten

verpestete Luft beim Leichenberg

Trauer

(David Simangas)

tot

ängstliche Menschen

Angst um Leben

Ich war sehr bewegt

unbeschreiblich

(Jennifer Constanzo)

 

 

Judenverfolgung

viele Tote

Erzählung vom Kz

Ich fand es traurig

Wut

(Jessica Lo Pinto)

 

Trauer

systematische Vernichtung

unschuldiger, jüdischer Menschen

Ich empfinde tiefes Mitleid

Hölle

(Dorothea Weier )

Ich bin sehr dankbar, dass Herr Jakubowicz seine Leidensgeschichte aufgeschrieben hat und sie für die nachfolgenden Generationen festgehalten hat. Es ist sehr wichtig, dass Menschen, die durch die Hölle der Nazis gegangen sind, erzählen und aufschreiben, was passierte. Dieses bewegende und authentische Buch sollte jeder lesen.