Über die Ansiedlung jüdischer Bürger in Erlangen

Unsere Daten haben wir dem Buch von Ilse Sponsel "Gedenkbuch für die Erlanger Opfer der Schoa" entnommen.

1364 Kaiser Karl IV. verleiht Erlangen das Stadtrecht.
1406 Juden müssen zollfrei behandelt werden, d. h. sie brauchen keine Zölle zu entrichten.
1711  Die Hugenotten lassen sich verbriefen, dass sich die Juden nicht in Erlangen niederlassen können.  
1778  Der erste Jude promoviert an der Universität Erlangen mit den Themen Medizin und Pharmazie. 
1813  Der bayerische König Maximilian l. Joseph erlässt das Judenedikt (Juden können sich frei niederlassen)
1815  Die ersten fünf jüdischen Schüler ließen sich in die Matrikel des Erlanger Gymnasiums eintragen. 
1848  David Morgenstern wird als erster Jude im Königreich Bayern für den Wahlkreis Fürth/Erlangen/Nürnberg in den Landtag gewählt. 
1861  Der Bayerische Landtag beschließt am 10. 11. d. J. , dass Juden im Königreich Bayern ihren Wohnsitz frei wählen können.
1861  Am 21. 11. d. J. erhält der Tuch- und Schnittwarenhändler S. Weinstock die erste Niederlassungserlaubnis für einen Juden in Erlangen.
1871 Volkzählung, durchgeführt am 1. 12. d. J. ergibt: 12.510 Bürger, davon gehören 63 dem jüdischen Glauben an.
1875 wird auf dem damaligen Holzmarkt (Hugenottenplatz) für den 1871 verstorbenen Ehrenbürger Prof. Dr. Jakob Herz das Jakob-Herz-Denkmal enthüllt.
1878 richtet die jüd. Gemeinde in der Dreikönigsstraße 1 zwei Betsäle und ein Versammlungsraum ein.
1885 Mit Beginn des neuen Schuljahres an der Königlichen Studien-Anstalt (Fridericianum) wird jüdischer Religionsunterricht eingeführt, erteilt von Moritz Morgenthau.
1891 wird der israelitische Friedhof am Nordhang des Burgberges zur letzten Ruhestätte für jüd. Bürger seiner Bestimmung übergeben.
1906 Leopold Katz, Schwiegersohn von Moritz Morgenthau, wird Lehrer der israelitischen Kultusgemeinde .
1906 Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Erlangen an Isidor Rosenthal
1914 melden sich wehrfähige jüdische Männer freiwillig zum Dienst im 1. Weltkrieg, andere werden zum Wehrdienst eingezogen. Einige wurden mit dem EKII ausgezeichnet. Drei jüdische Bürger Erlangens fielen in diesem Krieg.
1933 am 1. April wird der Boykott-Aufruf gegen alle jüd. Geschäfte auch in Erlangen befolgt
1933  im Juni erfolgt die erste Registrierung der jüdischen Bevölkerung - von 32.348 Personen sind 120 jüdischen Glaubens.
1933 im September wird das Denkmal von Prof. Dr. Jakob Herz zerstört.
1935

 "Zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" werden alle Haushalte mit jüdischen Dienstboten erfasst.

1937 Aufgabe der Gebetsräume in der Dreikönigsstraße.
1938 In Erlangen leben nur noch 44 Juden.
1939 20 jüdische Bürger leben noch in Erlangen.
1941 Die ersten Juden werden deportiert.
1943 die letzte in Erlangen lebende Jüdin, Hildegard Laink Vißing kommt ins KZ Ausschwitz.
1944

 

Quelle: Sponsel, Ilse, Gedenkbuch für die Erlanger Opfer der Schoa

1967 Stadt Erlangen widmet in Bruck dem jüdischen Mathematiker Prof. Dr. Max Noether und seiner Tochter Prof. Dr. Emmy Noether eine Straße.
1971 Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof durch Vertreter der Stadt anlässlich des 100. Geburtstages von Jakob Herz.
1972 besucht der erste ehemalige jüdische Mitbürger, der in die USA emigrierte, offiziell seine Heimatstadt Erlangen
1980 Ernennung einer ehrenamtlichen Beauftragten.
1980 werden Shlomo Lewin und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke ermordet.
1982 Süd-West-Gymnasium wird in Emmy-Noether-Gymnasium umgenannt.
1983  Enthüllung der "Jakob-Herz-Stele" an der Universitätsstraße.
1983 Übergabe eines Gedenksteines an die Opfer der Schoa im jüd. Friedhof.
1992  Benennung einer Straße in Büchenbach nach dem 1. jüd. Landtagsabgeordneten Dr. David Morgenstern.
1997 erste Juden aus den jetzigen GUS-Staaten kommen nach Erlangen.
1997 Wiedergründung der Israelitischen Kultusgemeinde Erlangen e. V.
1998 Widmung einer Straße der Frau des Universitätsprofessors Isidor Rosenthal, die Anna-Rosenthal-Straße.
2000  329 jüdische Flüchtlinge aus den GUS-Staaten sind in Erlangen.
2000 Am 2. April wird das neue Gemeindezentrum der neuen Israelitischen Kultusgemeinde eingeweiht .