Das sind wir:
Patricia Kunth und Christina Männchen
Wir sind Mädchen aus den 9. Klassen, die schon seit längerem an einer Informatik-Arbeitsgemeinschaft teilnehmen. Wir erstellten mit unserer Religionslehrerin, Frau Weier, diese Homepage. Neugierig? Es gibt viel Interessantes zu lesen.

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Der Holocaust, wie er sich in der Generation unserer Großeltern hier in Deutschland abspielte, darf nicht vergessen werden -eine systematische Vernichtung ganzer Familien, die nur den "falschen" Glauben hatten und das in einem Regime, das alles ethische Handeln am Maßstab ihres Führers festmachte. "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Damit beginnt unser Grundgesetz, das seine Väter 1949 so aufgrund des jüdisch-christlichen Menschenbildes formulierten. Diese Würde resultiert daraus, dass nach jüdisch-christlichem Glauben Gott den Menschen als sein Abbild schuf - als Mann und Frau oder wie es in Psalm 8 heißt: "Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt." Das gilt für alle Menschen, egal wo sie leben, egal ob Mann, Frau oder Kind, egal welcher Nation sie angehören. Diese Seite ist unser persönliches Mahnmal für alle Menschen, die aufgrund ihres Glaubens, ihrer politischen Einstellung, ihrer ethnischen Zugehörigkeit verfolgt und diskriminiert oder systematisch ausgerottet werden - leider auch noch in unserer Zeit. |
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Wir danken unserem Informatiker Herrn Thiem, Frau Lehmann vom Stadtmuseum, Frau Klaus von der jüdischen Gemeinde für die Führung durch die Synagoge, Frau Wanninger für die Führung über den jüdischen Friedhof, Herrn Pfarrer Meyer von St. Bonifaz für seine Unterstützung, Frau Wüst und Frau Brode für ihre Bereitschaft über die Zeit damals zu erzählen, Herrn und Frau Lindenberg für die telefonische Beratung, dem Entgegenkommen der Klasslehrer der 8. Jahrgangsstufe, der Schulleitung Herrn Kneidel und Frau Thiele für ihre Unterstützung, unserem Hausmeister Herrn Kauf für das Öffnen des Schulhauses während der Ferien und natürlich den geduldigen Damen und Herren hier: Ganz
herzlich bedanken wir uns bei Herrn Ernest Holzmann,
der in den USA in Louisiana lebt. Er hat uns viel von seinem Großvater
erzählt, für dessen Stolperstein
unsere Homepage-Arbeitsgemeinschaft die Patenschaft übernommen
hat. Anfangs war er uns weitgehend unbekannt, dieser Iwan Weinstock.
Dann haben wir zunächst recherchiert, was über die üblich
bekannten Daten nicht hinausging. Damit waren wir nicht zufrieden. Im
Internet fanden wir einen Brief von einer Erna aus Apolda, der an Iwan
Weinstock gerichtet war. Hier brachte Ernest Holzmann Licht ins Dunkel.
Wir wollten auch dem Menschen Iwan Weinstock gerecht werden, was mit
den üblichen Daten nicht gelingt. Natürlich versuchten wir,
Familienmitglieder zu finden, was nicht so leicht war, denn die Kinder
von ihm waren Mädchen, die bei ihrer Heirat den Namen wechselten.
Eines Tages bekam ich eine Mail: "Dear Mrs. Weier, Ich
war überglücklich über diese Mail. Gleich darauf haben
wir einen intensiven Mailkontakt unterhalten und so nach und nach haben
wir aus seinem Erzählen mehr über den Menschen Iwan Weinstock
gewusst, was wir auch veröffentlichen durften. Ich kann mir vorstellen,
dass ihn das Erinnern, Erzählen und Schreiben viel Mühe gekostet
hat. Vielen Dank, Mr. Ernest Holzmann, dass Sie uns Ihre Erinnerungen
mitgeteilt haben! |
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Zunächst danke ich den Schülerinnen und manchmal haben uns auch Schüler begleitet, ganz herzlich für ihre Bereitschaft, bei diesem Projekt mitzumachen und freie Zeit zu opfern. Das Projekt lief zusätzlich zu dem normalen Unterricht. Sie halfen mit bei der Bildbearbeitung, entwarfen eigenständig das Layout, das wir bewusst schlicht ließen, und schrieben natürlich fleißig Texte. Einen Großteil der Internetrecherche erledigten sie, sammelten fleißig Bilder und forschten nach wichtigen und weiterführenden Links. Sie lasen alle Bücher mit durch und wählten die Inhalte mit aus. An den Exkursionen nahmen sie in ihrer Freizeit teil. Bei dem Projekt bin ich auf reges Interesse bei allen gestoßen, die angesprochen wurden und mitgearbeitet haben, in welcher Form auch immer. Für mich persönlich war diese Arbeit sehr spannend. Durch die Interviews habe ich viel Interessantes gelernt und konnte dabei zahlreiche nette Bekanntschaften machen. Ich habe Orte in Erlangen kennen gelernt, die mir bisher fremd waren oder an denen ich achtlos vorbeilief. Befremdend empfand ich anfangs die zögerliche Bereitschaft der Interviewpartner. Inzwischen kann ich dieses angesichts des immer noch existierenden oder des neu entstehenden Antisemitismus verstehen. Es spricht für eine Stadt, die sehr viel Engagement aufbringt, zu dieser sehr dunklen Seite ihrer Geschichte zu stehen. Das "ich entschuldige mich..." geht angesichts solcher historischen Tatsachen nicht. Aber zu dieser Vergangenheit zu stehen, den Opfern der Schoa ein Denkmal zu setzen, in welcher Form auch immer, ist möglich. Es tut mir unendlich leid. Ich hoffe und wünsche mir, dass diese Seite dazu beiträgt, das politische Bewusstsein zu schärfen und darauf zu achten, dass sich solche Ereignisse nie mehr wiederholen können. Dies ist keine wissenschaftliche Arbeit. Wir sind uns bewusst, dass wir nur Fragmente aufgenommen haben. Diese Seite sollte das Wesentliche enthalten und das, was uns wichtig schien. Sie soll daran erinnern, was passierte. Sie soll keine Bürger anklagen. Das steht uns nicht zu. Sie soll aber zur Vorsicht und Wachsamkeit mahnen. Wir möchten diese Seite immer wieder aktualisieren. Ich werde weiterhin als Administratorin zur Verfügung stehen und immer wieder Schüler und Schülerinnen suchen, die mitmachen wollen. Unter Aktuelles findet ihr Berichte von SchülerInnen aus der jetzigen 9 m, die eine Ausstellung zu Auschwitz besuchten. Zwei Schülerinnen haben sich entschlossen, an einer weiteren Seite mitzuarbeiten: "Sich regen bringt Segen" - auch für Juden? Wir wollen damit an einem Geschichtswettbewerb der Körberstiftung teilnehmen. Wir sind auch termingerecht fertig geworden und hoffen, dass unser Einsatz auch uns zum Segen wird. Wenn nicht, haben wir einen recht fundierten Informationskiosk geschaffen. Gerade angesichts der jüngsten politischen Vorgänge in Dresden sind solche Zeichen unablässig - und vielleicht wirksam. Zudem hatten wir die Möglichkeit, uns wirkliche Hintergründe anzuschauen, sie beim Namen zu nennen und sie hier für eine breite Öffentlichkeit festzuhalten. Ich bin sehr stolz auf die Schülerinnen Christina Männchen und Patricia Kunth, die jetzt in der Abschlussklasse sind und im nächsten Jahr nicht mehr mitwirken können. Ein weiteres großes Projekt in diesem Rahmen ist die Patenschaft für den Stolperstein von Iwan Weinstock. Glückliche Fügungen (s. o. "wir danken"...) haben dazu beigetragen, dass wir zufrieden sind mit dem, was wir veröffentlichen konnten. Ich muss ehrlich sagen: Mir ist dieser nette, alte Mann sehr ans Herz gewachsen. Dorothea Weier, Religionslehrerin i. K. |