Eine kleine Auswahl zum Thema "Aktuelles"

Eine Stadt wider das Vergessen Erlangen hat wieder einen Rabbiner Die 9 m besucht eine Ausstellung über Auschwitz  70 Jahre nach der Reichspogromnacht

Interessantes zu diesem Thema findet sich in der Dauerausstellung im Stadtmuseum unter "Stadtgesellschaft und Politik".

Im Prospekt dazu heißt es: " Während der Weimarer Republik blieb Erlangen eine Hochburg der SPD mit einer reichen Arbeiterkultur, die sich bis zu ihrer Zerstörung durch die Nazis eindrucksvoll behauptete. Das Versagen der akademischen Intelligenz im "Dritten Reich" zeigte sich u. a. an der "Gleichschaltung" der Universität und an der Verwicklung von Ärzten in NS-Verbrechen. Die kleine jüdische Gemeinde wurde vollständig vernichtet."

Eindrucksvoll wird hier das Leben und Leiden jüdischer Bürger während der NS-Zeit auf Schautafeln dokumentiert. Ein Besuch lohnt sich!

Informationen zum Stadtmuseum

Erlangen - eine Stadt wider das Vergessen

Zeugnis davon gibt die lokale Presse immer wieder in ihrer Berichterstattung. Hier ein Bild, das einige Überschriften in den Erlanger Nachrichten aus diesem Jahr (2004) zeigt:

Diese Stadt steht zu seiner Vergangenheit. Die Stadt Erlangen war und ist stets um eine Aussöhnung mit den jüdischen Bürgern bemüht. Eigens hierzu wurde am 23. Oktober 1980 vom damaligen Oberbürgermeister eine ehrenamtliche Beauftragte für die ehemaligen jüdischen MitbürgerInnen benannt, Frau Ilse Sponsel. Ihre Aufgabe besteht darin, Briefkontakte und Besuche mit den Überlebenden der Schoa auszubauen und zu intensivieren, was ihr sehr gut gelungen ist. Frau Sponsel hat in mühsamer Kleinarbeit viele Quellen gesammelt, die sich heute im Stadtarchiv befinden. Dazu hat sie ihre gewonnenen Erkenntnisse in Büchern festgehalten, eines davon ist das Buch: "Gedenkbuch für die Erlanger Opfer der Schoa", das uns vielfach als Quelle diente. Auf ihre Initative hin, findet jedes Jahr, am 9. November, auf dem jüdischen Friedhof eine Gedenkfeier statt, bei der der Bürgermeister einen Kranz niederlegt und alle Namen der Opfer der Schoa vorgelesen werden. Sie hat eine großartige Arbeit geleistet und sich, s. o., einen Platz in der Geschichte gesichert.

Auf dem Jakob-Herz-Denkmal, das sich in der Univeristätsstraße befindet, können wir lesen: "Wir denken an Jakob Herz, dem Bürger dieser Stadt ein Denkmal setzten und zerstörten."

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Bericht über den Besuch der Ausstellung in der Hugenottenkirche
„Schüler besuchen das KZ Auschwitz“

Mit Fotos und Plakaten haben die 10. Klassen des Emil-von- Behring-Gymnasiums (AG's/Projekte/10. Klasse in Auschwitz) und des Ehrenbürg-Gymnasiums in Eckental ihre Erfahrungen zusammengestellt, die sie während einer Studienfahrt zum Konzentrationslager in Auschwitz und Birkenau gemacht haben. Diese Ausstellung besuchten wir, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9m der Hermann-Hedenus-Hauptschule am Montag den 31.01.2005.
Dabei führten uns Schüler der beiden Gymnasien durch die Ausstellung, sie erklärten uns viel und berichteten über ihre persönlichen Eindrücke.
In dieser Ausstellung wurde uns das unermessliche Leid der Menschen im Vernichtungs- und Arbeitslager eindrücklich vor Augen gestellt:

  • Abtransport der Juden nach Auschwitz in Viehwaggons,
  • Selektierung nach Ankunft in Auschwitz nach arbeitsfähig und nicht arbeitsfähig,
  • Vergasung in einer als Duschräume getarnten Gaskammer,
  • Verbrennung der Leichen in Krematorien,
  • menschenunwürdiges Leben im Arbeitslager, in dem Angst, Folter, Hunger und Seuchen an der Tagesordnung waren,
  • Berichte über medizinische Versuche an Häftlingen und sogar an Kindern.

Über 1,5 Mio Menschen kamen allein in Auschwitz ums Leben, Menschen, die gerne gelebt hätten, Menschen, die niemandem etwas zu Leide getan haben, Menschen, die aufgrund ihrer Religion „vernichtet“ wurden.
Besonders beeindruckend waren für uns die schwarz-weiß Bilder. Auf einem waren Berge von Haaren zu sehen, die den vergasten Opfern vor dem Verbrennen abgeschnitten wurden.
Auf anderen Bildern waren zu sehen:
- unzählige Brillen, die den Gefangenen abgenommen wurden,
- Schuhe auf einen Haufen geworfen,
- Koffer mit Namen und Adressen der ehemaligen Eigentümer.
- Bilder von abgemagerten Opfern und Leichen
- Unzählige leeren Zyanid-Kartuschen.
All diese Bilder sind heute noch Zeugnisse dafür, wie grausam und brutal und menschenverachtend die Nationalsozialisten mit Minderheiten umgingen.
Still und sehr nachdenklich haben wir diese Ausstellung in der Hugenottenkirche verlassen.

Carolin: All dies hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir, der einen nicht nur zum Nachdenken bringt, sondern auch die Augen öffnet.
Was mich persönlich nicht mehr loslässt, ist ein Gedicht von Ulrich Gasnick, das dort in der Ausstellung zu lesen war:


„Die Träne, die dunkel vor Zorn ist,
da wir aufsteh´n vom Schlaf,
und lesen die Inschrift der Qual,
mit Fingernägeln graviert
in das Mauerwerk –
Das Testament der Gequälten,
das sie uns hinterließen,
nur zu begreifen, wenn wir
das Unerträgliche wagen
die Schreie zu hören,
die noch im Blut
an allen Wänden haften."

 

 

Meinungen und Aussagen einiger Schüler nach dem Besuch der Ausstellung:

Michael: Auch wenn wir Jugendlichen heute für diese Zeit nicht verantwortlich sind, sollten wir über diese Geschehnisse nachdenken und daraus lernen. Es liegt an uns zu verhindern, dass so Schreckliches noch mal passiert. ()


Dominik: Ich hoffe, das Auschwitz, Dachau, Bergen-Belsen und die vielen anderen KZ-Lager nie wieder geschehen werden. Denn was dort geschah ist die grausamste und menschenunwürdigste Art, wie Menschen mit Menschen umgingen.


Anita: Ich finde es schlimm, dass so viele Menschen darüber hinweg schauen und meinen das sei doch Vergangenheit. Dabei könnte so etwas immer wieder passieren, wenn wir nicht aufpassen.


Andy: Es ist gut, dass solche Ausstellungen gemacht werden, denn wir dürfen nie vergessen und wir Jugendliche sind verantwortlich, dass sich so etwas wie Auschwitz nie mehr wiederholt.


Romina: Ich kann das Entsetzen und Schaudern gar nicht in Worte fassen. Aber ich bin mir trotzdem im Klaren, dass so etwas nie, nie wieder passieren darf.


Dana: Die Bilder, die ausgestellt wurden, beeindruckten mich am meisten, weil sie so ausdrucksstark waren. Ich konnte mir richtig die Situation vorstellen. Ich bin richtig froh, dass diese Zeit vorbei ist und die Menschheit hoffentlich so schlau ist und so etwas nie mehr zulässt.

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"Ersten Rabbiner seit Kriegsende begrüßt. Chaim Eliezer Chitrik freut sich auf die kommende Arbeit in der jüdischen Kultusgemeinde", lautet die Überschrift eines Artikels in den Erlanger Nachrichten vom 25. 2. 2005. Weiter heißt es: "Der erste Rabbiner seit dem Zweiten Weltkrieg ist in der Jüdischen Kultusgemeinde freudig aufgenommen worden." (ebd.) Begrüßt wurde er von Frau Ilse Sponsel (s. o.) und Rose Wanniger .

Wer ist Chaim Eliezer Chitrik?

Aus dem Artikel kann man folgendes entnehmen: Geboren wurde er 1978 in der Stadt Zefad in Israel. Zuvor studierte er sechs Jahre in New York. Entsandt wurde er von der Chabat-Lubawitisch-Bewegung in den USA. 2003 war er schon einmal in den Semesterferien mit seiner Frau Ester und dem einjährigen Sohn Menachem hier.

In Erlangen betraut er etwa 100 Mitglieder der Jüdischen Kultusgemeinde, die er sehr nett findet, wie der Artikel besagt und die viele Arbeit, die er vor sich hat, schreckt ihn auch nicht, denn "...der Mann ist zum Arbeiten geboren", sagt er, wie es heißt, in einem gut verständlichen Jiddisch.

 

 

 

 

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9. November 2008 - 70 Jahre nach der "Reichskristallnacht" - Reichspogromnacht

70 Jahre, etwas mehr als 2 Generationen, liegen zwischen der Reichpogromnacht und dem obigen Datum. Für uns, die wir nach dem Kriege geboren wurden, ein schier unvorstellbares Ereignis.

Was hat man getan? Man hat Fensterscheiben von jüdischen Geschäften im ganzen Nazireich eingeworfen, alle zusammen in einer Nacht. Man hat Geschäfte geplündert, was man nicht brauchte, hat man angezündet oder zerstört, auch in Erlangen. Eindrucksvoll schildert uns der Zeitzeuge Ernest Holzmann seine Erlebnisse in Nürnberg, wo er mit seiner Familie lebte und in Erlangen, wo sein Großvater lebte.

Was so in Deutschland passierte, könnt ihr hier und auf dieser Seite nachlesen.

Wenn man heute, nach 70 Jahren, durch die Stadt geht, kann man das kaum fassen. Darum werden Gedenkfeiern und Erinnerungen immer wichtiger. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein "zivilisiertes" Volk zu solchen Taten in der Lage war. Wir müssen darauf achten,dass sich so etwas nicht mehr wiederholt.

Viele Gedenkveranstaltungen waren von der Stadt initiiert - auch jüdisch-christliche Veranstaltungen. Bei dem jährlichen Gedenken an die Opfer der Shoah in Erlangen, endete Frau Klaus ihre Ansprache mit einem Zitat von Henrik Mandelbaum, das sie auffordernd an alle, insbesondere an die Jugend richtete: "Ich bitte euch um alles auf der Welt, lasst euch von niemandem einreden, wen ihr zu lieben und wen ihr zu hassen habt."

Das gleiche Zitat richtete Charlotte Knobloch, Vorsitzendes des Zentralrates der Juden in Deutschland, an die Hörer und Hörerinnen ihrer Rede, anlässlich der Gedenkfeier in der neuen Synagoge in Berlin. Einen Bericht über die Feier in Nürnberg. Einen sehr interessanten Kommentar fand sich in den Nürnberger Nachrichten vom 10. 11. 08.

Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis stellt in seiner Rede schonungslos das Vorgehen der Nationalsozialisten in Erlangen dar. Er ermahnt dazu, genau hinzuschauen, was passiert und gegen Unrecht einzutreten.

Das Bild zeigt den Gedenkstein für die Shoahopfer am jüdischen Friedhof in Erlangen. Schüler und Schülerinnen des Marie-Therese-Gymnasiums lasen in diesem Jahr die Namen der Opfer vor und legten für sie, nach jüdischem Brauch, Steine auf die Gedenkplatte.

Jeder Anwesende durfte anschließend zum Gedenken der Opfer auch einen Stein ablegen.

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Schüler/innen der Hermann-Hedenus-Schule verlesen die Namen der Erlanger Schoa-Opfer

Es lasen: Melanie Hafer, Sandra Holler, Meike Klopfer, Jule Stetten, Pia Bratenstein, Sebastian Essensohn, Estefania Martinez, Lukas Prifflinger, Florian Strate aus der 10 m und Veronika Bischoff, Matthias Seehafer, Winand Ittstein aus der 9m. Die Steine zum Gedenken legten.. ab. Die Bibelworte sprach Frau Kammerer.

Dieses Jahr war es für unsere Schule eine besondere Ehre, dass Schüler und Schülerinnen die Namen der Erlanger Schoa-Opfer verlesen durften.

Frau Kammerer, die ebenfalls mit ihrer Klasse eine Patenschaft für den Stolperstein von Ignatz Wild übernommen hatte, verlas mit Schüler/innen der Klassen 9 m und 10 m die Namen.

Natürlich wurde viel geprobt und gelernt und natürlich gab es Lampenfieber. Selbst bis zum Schluss wurden noch offene Fragen besprochen. Alle Schüler/innen, die freiwillig diese Aufgabe übernahmen, waren pünktlich da. Alle Jungs trugen, jüdischem Brauch entsprechend, Mützen.

Fazit: Wir können stolz auf unsere Schüler/innen sein, die ganz souverän und sehr bewegt die Namen verlasen.

In beeindruckender Weise mahnten die Reden von Oberbürgermeister Dr. S. Balleis, aber auch die aufrüttelnde Rede von Rostislaw Freydmann wachsamer zu sein und nicht wegzuschauen.

Dazu lesen Sie bitte den entsprechenden Artikel aus den Erlanger Nachrichten.

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"Zug der Erinnerung in Erlangen"

Foto: © Florian Trykowski

Ein "Zug der Erinnerung",was kann man sich darunter vorstellen? Ausführliche Informationen findet ihr auf der Homepage der Initiatoren.

Von unserer Schule besuchten am 13. Mai 2009 die 9. Klassen den Zug. Sichtlich betroffen hörten sie den Erklärungen des Begleiters zu.

Auf dem Bahnsteig waren liebevoll geschmückte Koffer abgestellt, deren Inschrift die Ziele der "Reise" anzeigten:

Foto: © Florian Trykowski

Blumen gab es sicher nicht für die Reisenden - eher Tritte und Schläge.

"Ich finde es gut, dass es so etwas wie den "Zug der Erinnerung" gibt, denn so vergessen wir nicht, unter welchen schrecklichen Umständen die Menschen in dieser Zeit leben mussten und verhindern hoffentlich, dass so etwas nicht mehr passiert. Mich hat betroffen gemacht, dass die Kinder schon von klein auf weggeschickt und von ihren Familien getrennt wurden. Ich hoffe, dass so eine Zeit nie mehr kommt. Ich wundere mich, dass die Menschen, die damals dafür verantwortlich waren, kein Mitleid mit den Familien und Kindern hatten und sie einfach voneinander trennten." Jule Stetten

Beeindruckend fanden wir folgendes Gedicht von Selma Meerbaum-Eisinger:

"Ich möchte leben.

Ich möchte Lachen und Lasten heben und möchte kämpfen und lieben und hassen und möchte den Himmel mit den Händen fassen und möchte frei sein und atmen und schrein.

Ich will nicht sterben. Nein.

Nein..."

"Es war für mich sehr erschreckend zu sehen, wie viele kleine Kinder nur wegen ihres Glaubens so grausam ermordet wurden. Schade fand ich nur, dass man nicht viel Zeit hatte, die Schicksale der Kinder zu lesen. Der Zug war sehr voll und man hatte kaum Zeit und Platz, sich etwas zu notieren. Der Besuch des Zuges hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich finde, jeder sollte sich informieren, wie es den Kindern damals ergangen ist." Meike Klopfer

"Was ich noch gut fand, ist, dass es heute Leute gibt, die das Geschehnis von damals nachverfolgen ,um präsentieren zu können was die Wahrheit ist und was wirklich geschah." Neslihan Eren

"Wir können echt verdammt froh sein, dass wir heutzutag ein schöneres Leben haben." Marina Staudt

"Die Bilder gaben dem ganzen eine sehr persönliche Note und man konnte anhand von ihren erkennen, dass die Kinder vorher glücklich waren und nichts Schlimmer taten, außer ihr Leben zu genießen. Ich habe mir Zeit genommen, jede Geschichte durchzulesen und sie haben mir sehr zum Nachdenken gebracht. Ich habe bewusst versucht, mich in sie hineinzuversetzen, in das was sie gefühlt und gedacht haben." Estefania Martinez

"Außerdem finde ich es toll, dass es möglich gemacht wird, diesen Zug durch alle Bahnhöfe fahren zu lassen, an denen Kinder und Jugendliche damals verschleppt wurden." Vivian Löw

"Der "Zug der Erinnerung" hinterließt bei mir Trauer und Entsetzen. Man konnte sehen, wie Familien auseinandergerissen und getötet wurden, nur weil sie Juden waren. Sie wurden ausgenutzt und unmenschlich behandelt. Den Deutschen waren sie damals eine Last und das ist traurig. Besonders betroffen war ich, dass auch kleine Kinder umgebracht wurden und dass es dann hieß, sie seien gestroben, anstatt zu sagen, dass man sie umgebracht hat. Das sind nicht hinnehmbare Zustände. Menschen, egal welcher Abstammung, sind es würdig zu leben. Dass es damals nicht so war, kann man durch die Bilder, Texte, Filme und Erzähler erfahren." Jacqueline Pohl

"Ich fand gut, dass die Ausstellung nicht in irgendeinem Raum war. Im Zug konnte man sich die Lage besser vorstellen." Jennifer Schidelko

"Als ich dann durch den Zug ging, sah ich viele Biografien und Fotos der Kinder, Kinder, die von der Geburt an glücklich waren und dann einen so grausamen Tod sterben mussten. Es waren Kinder, die wie wir im Kindergarten waren, in die Schule gingen, die spielten, lachten, weinten, mit den Familien Ausflüge machten, Geburtstage und Familienfeste feierten." Leonora Lugoli

"Vor allem dass Kinder auch aus unserer Stadt verschleppt wurden, hat mich sehr betroffen gemacht." Sandra Holler

Weiterführende Hyperlinks:

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